Die Geschichte des Südh. Bergbaus im Mittelalter
Die Ilfelder Braunsteinhäuser
Der Ilfelder Manganbergb. v. 18. bis zum 19. Jahrh
Die jüngeren, nicht magm. Erz- u.Minerallagerst.
Die Gebirgsform. in der Grafschaft Wernigerode
Kartenmaterial
Letzter Bergbau im Ilfelder Tal
Historischer Überblick

Historischer Bergbau um Ilfeld / Harz

Überall auf der Welt wird Bergbau betrieben, um die mineralogischen Rohstoffe der Erde gewinnbringend für die Sicherung der industriellen Produktion zu nutzen, um damit den Fortbestand der Menschheit zu sichern. Riesige Biblioteken könnte man mit dem Gesamtwissen der modernen Montanindustrie füllen. Unzählige Berechnungen und hypothetische Prognosen gibt es darüber, wie lange noch genügend Rohstoffe für die Sicherung des Überlebens der Menschen im
jetzigen Erdzeitalter auf unseren Planeten vorhanden sind. Und schon wird fieberhaft an Strategien geforscht, wie man in ferner Zukunft interplanetär an Rohstoffe herankommt oder wie man die Erdbevölkerung von der ausgeerzten Erde auf montan - jungfräuliche Himmelskörper umsiedelt. Wir sehen also, an unserer ferneren Zukunft wird vorsorglich gearbeitet, aber der Erfolg steht noch weit in den Sternen.
Genau so wichtig wie die Zukunftsforschung ist auch die Erforschung der Vergangenheit,
denn noch lange nicht haben wir „das Ende der Fahnenstange„ unserer industriellen Möglichkeiten erreicht, und vielleicht ist es gerade heute für uns so wichtig, aus den Erfahrungen der Entwicklung der Menschheit Impulse für unser gegenwärtiges Handeln zu gewinnen. Viele Wissenschaftler und Hobbyforscher widmen sich weltweit gerade aus diesen Gründen der weiteren systematischen Erforschung der Montanwissenschaften, wo auch immer mehr große Bedeutung dem aufstrebenden Zweig der Montanarchäologie zukommt. Ein Grund dafür ist, dass gerade das Entdecken, Gewinnen und die Verhüttung von Erzen in vielen Fällen verantwortlich für die Erstbesiedelung eines Gebietes waren, vorausgesetzt, Erzvorräte waren auf lange Sicht vorhanden.
Der Harz als nördlichstes deutsches Mittelgebirge erfüllt diese Voraussetzungen nahezu symptomatisch. Kupfer und später Eisen waren die ersten wichtigen Metalle, die sich der Mensch zunutze machte für beginnende wirtschaftliche und strategische Erfordernisse, und dementsprechende Erze standen am Harzrand, sowie auch innerhalb des Gebirges mehr als ausreichend zur Verfügung. Stellen wir heute völlig andere Kriterien für die Abbauwürdigkeit einer Erzlagerstätte, auf Grund dessen der Bergbau auf o.g. Erze im Harz seit langem auflässig ist, so könnte man aus Sicht der ersten „Bergleute„ sagen:
„Und tatsächlich hat alles einmal im Überfluss begonnen!„
Niemand weiss genau, wie die Alten, oder, vielleicht besser respektvoll gesagt, die „Ältesten„ in der Kupfer-, Bronze- oder Eisenzeit die Erze fanden. Diese Leute müssen schon fachlich spezialisiert gewesen sein. Man muss davon ausgehen, dass sie mit Sicherheit in der Lage waren, die farblichen Verwitterungsprodukte der Erze sicher zu erkennen, grüne und blaue Verfärbungen für Kupferoxide (ev. auch die Erkennung von goldenem Chalkopyrit als Kupfererz!), gelbe, ockerfarbene bis braune für Eisenhydroxide, rot bis rotbraune für Eisenoxide. Noch heute kann man im Süd-Harz und sicher auch in anderen Harzregionen außerhalb bergbaulicher Aktivitäten problemlos diese Erze finden, warum sollten dann nicht auch die „Ältesten„ in unverritzter Natur voller natürlicher Aufschlüsse diese Lagerstätten gefunden haben. Aber sämtliche Nachweise damaliger bergbaulicher Aktivitäten und eventuellen kleinen Wohnsiedlungen fehlen im Südharz völlig. Vermutlich liegt es daran, dass die meisten „Bergbaue„ und Verhüttungsstätten bei langaushaltender Ergiebigkeit abbauperiodisch überbaut wurden und Lesestein- Fundstellen und kleinere Bergbaue natürlichen Erosionserscheinungen zum Opfer vielen. Noch schwieriger ist die Lokalisierung eventueller Wohnstätten aus o.g. Zeit. Einige Archäologen und Historiker sind der Auffassung, dass nur sporadisch, d.h., beim Durchzug einer Sippe oder eines Volksstammes bei einem längeren Aufenthalt zufällig entdeckte Erze geschürft und verhüttet wurden, oder in den Niederungen lebende Volksstämme saisonmäßig Erz abbauten und verhütteten, um sich selbst zu versorgen und auch Handel damit zu betreiben, aber keine festen Wohnstätten im Süd-Harz bewohnten. Angeblich auch wegen der Angst vor dem „wilden Harzwald„. Ich bin da anderer Meinung. Aber das soll Gegenstand einer weiteren Betrachtung sein.